RYYC Rheydter Yachtclub e.V. Willkommen bei Freunden des Wassersports
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Vorfahrtsregeln – Ausweichregeln –
verhalten auf dem Wasser.

Ich fahre jetzt schon seit mehr als 40 Jahren auf dem Wasser und werde das Gefühl nicht los, immer mehr Wassersportler kümmern sich einen Dreck um Ausweichregeln und Verhalten auf dem Wasser.

Sind die Regeln in Vergessenheit geraten oder machen sich die Wassersportanfänger jung oder alt erst gar nicht mehr die Mühe Regeln zu lernen? Geschweige einen Führerschein zu machen. Es ist ja auch verführerisch einfach geworden, denn so ein kleines GPS Gerät / Plotter zeigt einem immer seine Position in der Karte an, warum also noch lästige Navigation und Vorfahrtsregeln lernen. Damit fahren kann ja jeder! Das kann evtl. schwerwiegende Folgen nach sich ziehen.

Erst vor einigen Wochen fuhr ich unter Motor im Fahrwasser auf der rechten Seite am Tonnenstrich entlang. Ein Segler kreuzte das Fahrwasser hoch und als er mit mir auf Kollisionskurs war machte ich ihn auf seine Ausweichpflicht aufmerksam. Das verstand der Segler erst gar nicht und beschimpfte mich, ich müsse ausweichen weil ich unter Motor fahre. Dies nehme ich zum Anlass jetzt und hier die Vorfahrtsregeln und Ausweichmanöver aller Wasserfahrzeuge aufzuzeigen. Dies soll kein Anspruch auf Vollstädigkeit haben, sondern nur die wichtigsten Dinge auf See die mir so spontan eingefallen sind aufzuzeigen. Ich kann nur an die Vernunft der Wassersportler appelieren ihr Wissen auf den laufenden Stand zu halten und / oder erforderliche Kurse zu besuchen um sich verantwortlich auf dem Wasser zu bewegen.
 

Wasserfahrzeuge sind:
alle Fahrzeuge die zur Beförderung von Personen geeignet sind, auch Tretboote und Segelsurfbretter, nicht dagegen Luftmatratzen und ähnliche Badegeräte.
  
 
Manövrierbehinderte
Schiffe und Wegerechtschiffe.


Grundsätzlich müssen sie manövrierbehinderten Schiffen und Wegerechtschiffen immer auszuweichen. Das sind tiefgangbehinderte Schiffe und Fahrzeuge in Ausübung ihres Dienstes, z.B., Trawler, Schlepper, Kabelleger,
Arbeitsschiffe z.B. Tonnenleger, Mienenräumsucher, Flugzeugträger u.s.w.
Manövrierbehinderte Schiffe erkennt man am Signal: 
Am Tag:     
untereinander, schwarzer Ball, schwarzer Rhombus, schwarzer Ball.
 

In der Nacht:     drei Rundumlichter, rotweißrot

Wegerechtschiffe.

Tiefgangbehinderte Schiffe zählen auch zu den manövrierbehinderten Schiffen, sind aber gezwungen wegen ihres Tiefgangs den tiefsten Teil des Fahrwassers für sich in Anspruch zu nehmen. Sie sind somit ein
Wegerechtschiff.
Signal Tags:              schwarzer Zylinder

Signal bei Nacht :         3 rote Rundumlichter untereinander.

 

Ein Segler ist auch manövrierbehindert, aber nur bedingt.

Die Ausweichregelung ändert sich im Fahrwasser, auf hoher See und bei Seglern unter sich.

Im Fahrwasser
hat Vorfahrt der auf der Stb. Seite dem Fahrwasser folgt. Egal ob Motorschiff oder Segler. Weicht er mehr als 10° der Fahrwasserrichtung ab, ist er ein Fahrwasserquerer, und damit ausweichpflichtig.

Hier im Beispiel befahren 3 Wasserfahrzeuge eine Wasserstraße.

Fahrzeug „A“ folgt dem Fahrwasser und hat somit Wegerecht.

Fahrzeug „B“ folgt dem Fahrwasser aber mit einer Abweichung von mehr als 10° zum Tonnenstrich (Fahrwasserrichtung), somit ist er ein Fahrwasserquerer und ist ausweichpflichtig.

Fahrzeug „C“ quert das Fahrwasser und ist ausweichpflichtig.

 

 

Ausweichen auf hoher See.
Begegnen sich zwei Motorschiffe so müssen beide nach Stb. Ausweichen. Sie können einen kurzen Ton geben. (ändere meinen Kurs nach Stb.)

 

 

Kreuzen sich zwei Motorschiffe, so muß der ausweichen, der das andere Schiff auf seiner Stb. Seite sieht. (kann man sich gut merken: rechts vor links)

Fahrzeug "A" ist Kurshalter. Fahrzeug"B" muß ausweichen nach Stb. und hinter "A" wieder seinen Kurs aufnehmen. 

 

 

Kreuzen sich drei Motorschiffe so müssen alle drei Fahrzeuge nach Stb. Ausweichen und ihre Geschwindigkeit drosseln.

 

Ein Überhohler muß dem vorausfahrenden Schiff Raum für einen Vollkreis geben.

 

 

Segler und Motoschiffe unter sich.
Motorbote müssen Seglern immer ausweichen, dabei spielt die Windrichtung keine Rolle.


Segler mit laufenden Motor

Segler die den Motor als Unterstützung mit laufenlassen sind Motorbote und müssen ausweichen. Sie müssen an gut sichtbarer Stelle einen Kegel mit Spitze nach unten führen. Nachts muß das Dampferlicht (Maschinenlicht) geführt werden. (wurde früher nicht kontrolliert, heute jedoch sehr stark und mit Geldstrafen geahndet)

 

Segler unter sich.

Kreuzen sich zwei Segler, der eine auf Stb. Bug segelnd, der andere auf Bb. Bug segelnd, so muß der ausweichen der den Wind von Bb. hat. Also auf Stb. Bug
segelt.

 

Kreuzen sich zwei Segler die beide den Wind von der gleichen Seite bekommen, so muß der in Luv segelnde Segler ausweichen.

Merke: Lee vor Luv.





 

Kommt ein Schiff seiner Ausweichpflicht nicht nach, kann er mit 5 kurzen aufeinanderfolgenden Tönen auf seine Ausweichpflicht aufmerksam gemacht werden.
(Hustensignal) Weicht er dann nicht aus, macht man das Manöver des letzten Augenblick.

 

Wichtig.

Jeder Verkehrsteilnehmer hat sich so zu verhalten, daß die Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs gewährleistet ist und daß kein anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird. Er hat insbesondere die Vorsichtsmaßregeln zu beachten, die Seemannsbrauch oder die besonderen Umstände des Falles erfordern. 

 



Text und Zeichnungen © Wieland Dörner

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