RYYC Rheydter Yachtclub e.V. Willkommen bei Freunden des Wassersports
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Törnbericht Nordseeinseln - Hamburg

Da wir beide genügend Zeit haben und nicht mehr arbeiten, wollen wir mit der Morning Star einen gemütlichen Trip an der deutschen Nordseeküste entlang segeln. Wir starten vom Heimathafen Willemstad. Eine Woche sind wir schon an Bord und haben uns auf die etwas längere Reise eingestellt. Das Schiff ist gut vorbereitet und gebunkert. Alle technischen Geräte arbeiten einwandfrei und ich habe die gesamte Strecke schon als Route im Rechner gespeichert. Schließlich soll der Autopilot das Schiff danach steuern.

So verlassen wir Willemstad am Samstag um 08:30Uhr und fahren bis zum Hafen Rhoonse Grienden an der Oude Maas und übernachten da. Am nächsten Morgen um 06:30 Uhr fahren wir mit der Strömung in Richtung Europort zur Nordsee. Es sind nur noch 2 Brücken die öffnen müssen, danach stehen keine Behinderungen mehr im Weg. Vor der Bottlek Brücke teilt uns die Wasserschutzpolizei mit, das die Bottlek Brugg heute wegen Reparaturarbeiten geschlossen bleibt. Wir müssen also wieder zurück zum Ausgangshafen.

 

Montag verlassen wir wieder mit dem Wasser den Hafen in Richtung  Bottlek Brugg. Nach der Anmeldung über Funk öffnet die Spiekenisse Brugg nicht sofort und läßt uns eine Stunde warten. Eine Anlegestelle gibt es vor der Brücke nicht und die Strömung ist schon stark. Wir fahren also eine Stunde vor der Brücke im Kreis. Die dicht dahinter liegende Bottlek Brugg öffnet sofort und um 10:30 Uhr verlassen wir Hoek v. Holland und segeln auf offenem Wasser nach Ijmuiden. Eigentlich wollten wir bis Den Helder doch das schaffen wir leider nicht mehr. Wir ändern den Kurs auf dem Rechner und legen Ijmuiden an und machen um 15:30 Uhr fest.

Da wir den Hafen gut kennen bleiben wir nur über Nacht und verlassen am nächsten Mittag mit der Strömung den Hafen und fahren unter Motor und Großsegel nach Norden. Der Wind nimmt zu auf N5 und der Seegang wird wegen Wind gegen Strom kurz und steil. Im Gat von Den Helder, mittlerweile Wind N6 streikt plötzlich der Motor. Segeln im schmalen Fahrwasser bei Wind gegen Strom und nur kurzen Schlägen die wir segeln können gibt es jetzt drei Möglichkeiten. Wir stehen den Ritt gegenan bis Den Helder durch und kommen in der Nacht an. 2. Möglichkeit, wir segeln ganz entspannt bis nach Ijmuiden zurück, oder die dritte Möglichkeit wir fordern über Funk Schlepperhilfe an. Monika ist für die 3. Möglichkeit. Also wir fordern über Funk Hilfe an und die kommt auch schnell in Form eines großen Schlauchbootes mit 2 Motoren und 4 Personen Besatzung. Sie kamen vom Strand von Callansoog. Der Kommandant kam mit einer weiteren Person ein Monteur zu uns an Bord. Die beiden anderen schleppten uns bis in den Hafen von Den Helder wo wir um 19:30 Uhr festmachten. Für die vier Retter kam unser Ruf sehr gelegen erzählten sie. Es stand noch eine Übung aus und im Allgemeinen retten sie nur Personen die zu weit vom Strand geschwommen sind. Schlepphilfe für ein größeres Segelboot hatten sie noch nicht erlebt. So wollte der Kommandant auch das Schiff bis zum Hafen steuern. Natürlich Kaffee und Kuchen für Alle inbegriffen. Mit einer Spende für Ihre Kasse und dem Versprechen ihnen alle gemachten Fotos per Email zu senden verabschiedeten wir sie. Den mittlerweile abgekühlten Motor konnte ich schnell entlüften. Im heißen Zustand ist das ohne Verbrennungen nicht möglich. Im Tank waren noch 40 Ltr. von 95 Ltr. Diesel. Das Ansaugrohr hat durch die starke und steile See Luft angesaugt und der Motor so seinen Dienst versagt. 

Wir sind dann noch 2 Tage geblieben und haben Familie Yvette und Mark Clarke mit ihrer 16m langen Segelyacht „BEAR“, die auf der Heimreise  einer 4 Jahre langen Weltumseglung hier Halt machten, kennengelernt. Sie sind aus Florida und mit ihren beiden Kindern Maya und Jenefer unterwegs. www.svbear.com Wir laden Sie zum Fernsehen zu uns an Bord ein, sie haben keinen Fernseher an Bord. Es läuft das Fußballspiel Amerika gegen Deutschland. Ein holländischer Segellehrer hat sich dann auch noch eingeladen, ohne Mannschaft, die sollten büffeln für ihre Prüfung am nächsten Tag. Deutschland gewann, es wurde ein gemütlicher  Abend.  

Freitag um 14:00 Uhr starten wir nach Vlieland . Um 15:50 Uhr weit vor der Küste kommt unerwartet der Zoll und die Polizei mit einem Boot längsseits. Sie wollen alle Papiere, Nachweis über bezahlte MWST, Heimathafen und Zielhafen wissen. Sie verlassen freundlich aber mit schwarzen Streifen auf unseren Rumpf das Schiff. Um 18:45 Uhr machen wir in Vlieland fest.

Wir kennen Vlieland sehr gut und verlassen den Hafen am nächsten Morgen um 08:00 Uhr in Richtung Borkum. Wetter diesig, Wind W2-3. Um 22:10 Uhr machen wir am Steg des Wassersportverein Burkana fest. Im Hafenbecken Port Henry kommen wir wegen unseres Tiefgangs 2,05m nicht rein. Zwar waren wir schon einige Wochen auf Borkum, doch hat uns die Insel immer gut gefallen. Wir packen also unsere Fahrräder aus und bleiben 5 Tage hier.

Am Donnerstag den 3.7. verlassen wir Borkum um 07:00 Uhr und machen uns auf den Weg nach Norderney. Die Ansteuerung über den Schluchter stellt sich als stark verändert dar. Die Ansteuertonne liegt nicht mehr an dem Platz wo sie letztes Jahr noch lag. Das Fahrwasser wurde verlegt. Aber in der neuen Papierkarte war es schon eingezeicnet und ich habe das Fahrwasser in der elektronischen Karte eingezeichnet. Die Insel kennen wir auch sehr gut durch unsere vielen Besuche und längeren Aufenthalte. Sie ist immer stark besucht und man kann sich freuen einen Platz zu bekmmen. Die drei Hafenmeister haben den Hafen sehr gut im Griff und so haben wir noch ein Plätzchen neben einem Motorboot aus Wangerooge bekommen. Es stellt sich heraus, das wir uns vor einigen Jahren im Hafen im Clubhaus auf Wangerooge kennengelernt haben. Es wurde ein feucht fröhlicher Abend. Wir bleiben 4 Tage und fahren mit den Rädern über die Insel.

Montag den 7.7. um 14:40 Uhr machen wir uns auf den Weg nach Langeoog.  Wir kennen die Insel nicht und hatten zu viel Schiss mit unserem Tiefgang über das flache Gat zu fahren. Jetzt hatten wir das gut ausgerechnet und so kamen wir kurz vor Hochwasser am Accumer Ee im Gat an und fuhren darüber. Es blieben uns gerade mal 20cm unterm Kiel. Ich habe feuchte Finger bekommen. Jetzt bleibt noch der sehr flache Hafen, der auch fast trocken fällt. Aber alles hat geklappt und wir haben um 18:15 Uhr festgemacht. Wir bleiben 5 Tage, die Räder brauchen wir hier nicht, es fährt eine Bahn kostenlos zur Ortsmitte. Die Insel ist sehr gemütlich und hat uns gut gefallen. Deutschland gewinnt 7:1 gegen Brasilien.  Das Schiff liegt bei NW komplt. im Schlick. Aber alles kein Problem.

Wir sind jetzt fast einen Monat mit dem Schiff unterwegs und haben uns überlegt mal etwas zu machen was wir noch nie gemacht haben. Ich wollte immer nur Seehäfen anlaufen und nicht nach Binnen segeln. Also beschlossen wir mal nach Hamburg zu fahren. Deshalb verlassen wir Samstag den 12.7. um 10:30 Uhr Langeoog so, das wir mit der Strömung nach Cuxhaven kommen. Der Wind hat uns verlassen, dafür haben wir einen traumhaften Sonnenuntergang .

Nach dem Sonnenuntergang im Westen geht im Osten der Mond auf. Im Hintergrund die Ansteuer Tonne des Elbe Fahrwassers. Früher stand hier das Feuerschiff „ELBE1“

Sonntag fahren wir dann unter Motor mit dem Strom teilw. Mit 12Kn ü.G. nach Hamburg und machen im City Hafen um 18:00 Uhr fest.

Obwohl wir Hamburg kennen bleiben wir 8 Tage. Wir liegen im City Yachtclub neben der Elbphilharmonie am Baumwall. Der Weg in die City ist nicht weit und auch zu Fuß gut zu erreichen. Wir wollen aber etwas weiter und nehmen deshalb unsere Räder. Hamburg mit dem Rad geht besser als gedacht.

Wir besuchen die Kult Kneipe „zum Schellfischposten“ von wo auch die Sendung Inas Nacht gesendet wird. Natürlich müssen wir auch auf den Michel.

Am Abend bekommen wir noch Besuch von Freunden aus der Heimat die nach Hamburg umgesiedelt sind und zur Krönung fährt das Kreuzfahrtschiff „Queen Mary2“ dicht an unserem Liegeplatz vorbei. Also Hamburg lohnt schon.

Uns besuchen auch gute Freunde aus Henstedt die sich unser schwimmendes Haus mal ansehen möchten. Sie zeigen uns das Portogiesen Viertel mit seinen vielen Straßen Lokalen. Mit der S-Bahn statten wir ihnen dann noch einen 2 Tagebesuch ab weil wir unbedingt die Paella von Kurt probieren möchten.

Siegrid und Kurt begleiten uns auch zum Fischmarkt um dort morgens um 06:30 Uhr das erste Bier zu trinken.

Der Besuch im City Hafen im Centrum von Hamburg lohnt immer obwohl man dort unruhig liegt, da durch den starken Schiffsverkehr viel Bewegung im Wasser ist. Bei NW sitzen wir wieder im Schlick.

Nach 8 Tagen packen wir wieder unsere Sachen und fahren mit ablaufendem Wasser nach Cuxhaven zurück.

Wir  kommen mit dem Rest vom Strom am Montag den 21.7. um 22:00 Uhr an. Für die Strecke haben wir 10 Stunden gebraucht. Wir übernachten wieder im Amerika Hafen. Dort hat der Cuxhavener Yachtclub einen Steg. Es gibt keinen Hafenmeister, das Übernachtungsgeld 1,00€ /m wird mit dem ausgefüllten Zettel in eine Box hinterlegt. Hier hängt auch der Schlüssel für das nur wenige Meter entfernte Clubhaus mit Aufenthaltsraum, Bar mit Getränken und Duschen. Die entnommenen gekühlten Getränke aus dem Kühlschrank bitte wieder auffüllen. Die Preise stehen auf einem ausgelegten Zettel mit der Bitte das Geld in die bereitgestellte Kasse zu legen. Es gibt auch noch eine große Chronik des Club´s mit Bildern im Ordner. Alles in Allem ein sehr schönes Clubhaus und eine große Geste des Vereins an die Segler die hoffentlich das Angebot zu schätzen wissen und den Verein nicht bescheißen. 

Unsere Reise ist noch nicht zu Ende und so fahren wir nach Helgoland. Ich liebe Helgoland und komme schon seit 1975 immer mal wieder hierher. Meine Frau liebt die Insel nicht und meint sie sei  immer das Selbe. Man liegt ja auch nicht wirklich ruhig im Päckchen da immer Einer nicht seemännisch über das Deck stolpert. Trotzdem, Helgoland muß sein.

Wir verlassen Freitag den 25.7. 06:45 Uhr den Hafen, ohne das Hummerschutzgebiet zu befahren und machen uns auf den Weg nach Föhr. Nachmittags machen wir in Wyk fest. Die Insel ist nicht so klein deshalb bleiben wir 7 Tage.

Samstag den 2.8. um 09:30 Uhr verlassen wir wieder die Insel und steuern die Insel Sylt an. Obwohl die Entfernung Luftlinie kurz ist  müssen wir einen beträchtlichen Umweg fahren und kommen um  16:00 Uhr in Hörnum an. Im Vortrapptief fährt man ganz dicht an den Robbenbänken vorbei. Die Robben sind jetzt auch wieder zahlreicher vertreten als noch vor 25 Jahren. Die Insel ist immer ein Besuch wert. Meine Frischwasserpumpe baut seit ein paar Tagen nicht mehr genug Druck für 4 warm kalt Zapfstellen auf. Ein Membranwechsel brachte leider nicht den gewünschten Erfolg. Ich bestellte mir bei SVB eine neue Pumpe und ließ sie zum Hafenmeister nach Norderney schicken.

Freitag fahren wir über Helgoland nach Norderney.

Samstag bekommen wir noch einen Platz im überfüllten Hafen von  Norderney. Meine Wasserpumpe war auch schon da und funktioniert prima. Wir bleiben noch einige Tage und machen uns dann langsam auf den Rückweg nach Südholland.  Ab Mitte August wird es oft wegen der vorherschenden westlichen Winde unangenehm nach Westen zu segeln.

Am Freitag den 15.8. verlassen wir die Insel Norderney und segeln nach Borkum. Wir kommen um 22:30 Uhr im Burkana Hafen an. Laut Wetterbericht bläst der Wind für die nächsten Tage mit 5-7 Bft aus westlicher Richtung. Also über die Nordsee in Richtung Westen segeln ist nicht.

Wir beschließen die Staande Mastroute zu nehmen und fahren nach Delfzijl durch den Kanal nach Groningen. Obwohl die Orte sehr schön sind ist Kanalfahrt nichts für mich. Auch gibt es immer wieder Grundberührung wegen unseres Tiefgangs. Wir verlassen Borkum um 10:35 Uhr und machen in Groningen um 18:15 Uhr zur Übernachtung fest. Monika liebt es durch Halland´s Geschäfte zu ziehen.

Am Sonntagmorgen regnet es stark und im Schiff waren es dann auch nur noch 15° C . Also Heizung an und für den Weg haben wir unser Sonnensegel über das Cockpit gespannt damit wir bei der Kanalfahrt nach Zoutkamp wenigsten Augen und Brille trocken halten können.

Der nächste Tag Montag änderte am Wetter nicht viel und wir machten um 18:45 Uhr Zwaluwe fest.

Am nächsten Morgen Dienstag 19.8. hat sich das Wetter wieder beruhigt. Es regnet nicht mehr und der Wind bläst nur noch mit Bft 4 was uns aber im Kanal völlig egal ist. Wir übernachten erstmalig in  Grouw und machen um 15:35 Uhr fest. Zeit genug um den Ort zu erkunden, der uns dann auch gut gefallen hat.

Auf dem Weg von Grouw nach Lemmer machen wir einen Abstecher nach Sneek weil wir auch Sneek nicht kennen. Die Fahrt nach Sneek ist langweilig nicht nur weil es wieder regnet. Kanalfahrt ist eben nichts für mich. Frühzeitig in Sneek angekommen haben wir wieder genug Zeit um durch den Ort zu schlendern. Sneek ist ein Touristenmagnet für deutsche Yachties.  

Donnerstagmorgen fahren wir die 13 sm nach Lemmer bleiben bis Samstag. Lemmer ist ebenfalls bei den deutschen Seglern sehr beliebt und dem entsprechend voll. Glücklicherweise hat es aufgehört zu regnen.

Samstag den 23.8. um 09:45 Uhr fahren wir durch das Ijsselmeer nach Amsterdam und  machen im Kanal vor der Eisenbahnbrücke fest. Die Brücke soll um Mitternacht öffnen. Um 00:30 Uhr kommt eine Durchsage über Funk das die Eisenbahnbrücke wegen eines Defekt heut nicht öffnet. Wir können uns also schlafen legen. Am nächsten Tag gehen wir in die City zum Shoppen. Um Mitternacht kommt die gleiche Durchsage wieder. Also noch einen Tag warten um in den Kanal zu kommen. Am kommenden Tag war immer noch ungewiss ob die Brücke funktioniert. Wir beschließen nach Ijmuiden zu fahren und über die Nordsee in Richtung Süden nach Europort zu segeln. Das klappte gut weil der Wind etwas nach NW 6 gedreht hat und unser Kurs nach SSW anliegt. Die Strecke von Amsterdam bis zur alten Maas Ronde Grienen schaffen wir an einer Tageshelle.

Danach sind es nur noch ein paar Meilen im Heimrevier bis zum Heimathafen Willemstad.

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