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OP Sail 76 - New York

Die Reiseroute der SY "Babsy 3"

Skipper und Eigner der „SY BABSY III“ ist Dieter Meies. Der Geschäftsmann aus Dülken, den schon seit frühester Jugend die Weite des Meeres und die damit verbundenen Wassersportmöglichkeiten begeisterte, entdeckte schon mit 30 Jahren die Lust zum segeln. Er segelte mit seinen Segelfreunden viele Törns nach England und Frankreich.

1975 erschien in der Zeitschrift „Yacht" ein Artikel in dem für eine Nordatlantik-Überquerung auf eigenem Kiel deutsche Yachteigner gesucht wurden.

Anlaß war die Operation Sail76 zur 200 Jahrfeier der Vereinigten Staaten von Amerika. 

Dieter Meies hat sich sofort zu diesem Abenteuer entschlossen und sich angemeldet.

Aus Deutschland haben sich ca. 70 Schiffe angemeldet und wurden mit einem extra dafür gecharterten Frachtschiff nach New York gebracht. 16 Schiffe fuhren auf eigenem Kiel zurück über den Atlantik.

 

Die 200 Jahrfeier der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika vom 4.Juli 1776 war der historische Anlaß für dieses maritime Großereignis. Am 4.Juli 1976 10:00 Uhr startete die Parade. Ein Spalier von Kriegsschiffen aus 56 Nationen säumte die Ufer des Hudson River und ca. 6-7 Millionen Zuschauer schauten zu. Die Parade wurde von 28 Rahseglern aus 16 Nationen angeführt; als erstes segelte das amerikanische Segelschulschiff „ Eagle“ voraus. Dan folgten tausende von Schiffen den Hudson River rauf und begeisterten die Menschen an Ufern. Eine solche Anzahl von Schiffen hat es seit der Schlacht von Navarino 1827 nicht mehr gegeben. Ein grandioses Ereignis und wir nahmen daran teil. Einige Tage verbrachten wir noch in New York, es gab ja auch viel zu sehen und zu erleben.

                                    Atlantiküberquerung

Aber dann am 11.Juli 1976 um 10:00 Uhr segelten wir von Long Island, Wind S 3-4 los. Die folgenden Tage waren sehr entspannt, der Wind wehte meistens mit 2-3 aus W-SW und unser Kurs lag bei 110°. Am 15.Juli bekamen wir Funkkontakt mit einem Frachter der uns zur Kontrolle seine Position durchgab. Wir verglichen diese mit unserer errechneten astronomischen Position unseres Navigators und waren über die Genauigkeit erstaunt. Wir befanden uns auf 39° 54´ N und 063° 51´W.

Am 18.Juli um 21:50 Uhr kam eine Gewitterfront mit leichtem Regen auf uns zu. Dabei bemerkten wir, das der Mast oben blau schimmerte. Der Mast hatte sich wohl aufgeladen. Der Regen wurde immer stärker, sodass wir am folgenden Tag einen Badetag einlegen konnten. Dafür haben wir ein Segel auf dem Vorschiff gespannt und voll regnen lassen. Am 21.Juli um 15:30 Uhr bekamen wir über Funk Kontakt mit der berühmten Segelyacht „Gipsy Moth“. Sie waren in einem Rennen über den Atlantik und baten uns um Abstand. Am gleichen Tag um 20:30 Uhr sprachen wir über Funk mit dem deutschen Frachter „Lutz Jakob“. Wir tauschten wieder die Position aus, es stimmte wieder was Jogi der Navigator errechnet hatte.

Am 25.Juli überholte uns die SY „Gioga4“ die mit uns in New York die Parade gesegelt hatte. Wir legten längsseits und tauschten Bier gegen Wein. Am gleichen Tag sahen wir auch die ersten Wale an Steuerbord auftauchen. Einige Tage später tauchte ein ganzes Rudel Wale auf. Bei diesem Anblick wurde uns ganz flau in der Magengegend, da wir wissen eine Kollision mit einem Wal kann das Ende sein. Später hatten wir wieder Funkverbindung mit dem Frachter „Parra Guwey“ und verglichen die Position. Er übermittelte auch Grüße über seine Funkanlage an die Heimat. Am 3.August frischte der Wind aus NNE mit 6 auf, begleitet von schwarzen Wolken. Da der Wind immer stärker wurde, setzten wir nur die Sturmfock und bauten die Windfahne der Selbststeueranlage ab. Auch wurde auf und unter Deck alles verstaut und die Rettungsinsel zurechtgelegt. Um Mitternacht legten wir ca. 50m Trossen in Buchten aus, um in der 10m hohen See langsamer zu werden. Wir hatten Sorge, dass der Bug in eine Welle eintaucht. Um die hinter uns laufenden Brecher etwas zu glätten, pumpten wir noch Öl durch die Toilette. Am Nachmittag des folgenden Tages überrollte uns eine Welle von hinten. Das Schiff schlug quer und die nächste Welle überrollte uns quer und wir kenterten. Die Aufräumarbeiten konnten erst am folgenden Tag vormittags beginnen. Die See hatte sich wieder etwas beruhigt und wir konnten die Schäden feststellen. An Steuerbord hatte sich die Einrichtung vom Laminat gelöst. Der Wassertank und der Dieseltank waren gerissen. Um die notwendigen Reparaturen auszuführen änderten wir den Kurs und steuerten die Azoren an.

Am 6.8. um 8:00 Uhr liefen wir in den Hafen von Horta Azoren ein. Dort erfuhren wir, daß uns der Hurrican „Anna“ mit Windgeschwindigkeiten von 11 – 12 BFt. und einer hohen See überrollt hatte. Nach 4 Tagen ausruhen und reparieren ging es am 10.8. um 12:00 Uhr wieder auf See um den Rest der Strecke in Angriff zu nehmen. Leider mußte uns unser Kameramann Erhard aus Zeitgründen verlassen. Der Rest der Strecke verlief eigentlich sehr ruhig. Am 15.8. haben uns einige Delphine begleitet. Da wir alle in guter Stimmung waren, haben wir unserem Smutje Sascha eine Glatze geschnitten. Am 22.8. gegen 13:00Uhr haben wir einen Hai gefangen, den wir aber nicht gegessen haben. Am folgenden Tag tauchte vor uns ein holländisches U Boot auf. Wir begrüßten uns durch Flagge dippen.

Am 26.8. kreuzte uns ein französischer Fischer. Über Funk erzählten wir ihm, wir kommen aus Amerika über den Atlantik. Er zog vor Begeisterung sein Fanggeschirr ein und schenkte uns seinen größten Thunfisch. Unser Smutje brachte dann ein Essen auf den Tisch, so gut hat uns danach kein Thunfisch mehr geschmeckt.

Da das Unterwasserschiff völlig mit Muscheln bewachsen war wurde die Reise länger als geplant. Am 27.8. liefen wir deshalb in den Hafen von Plymouth ein, wo der Skipper Dieter das Schiff aus familiären Gründen verließ. Der Co Skipper Hannes, Navigator Jogi  und Smutje Sascha brachten das Schiff am 3.9.1976 nach 4150 SM sicher in den Heimathafen nach Holland zurück. Ein grandioses Segelabenteuer ging zu Ende. Alle Beteiligten werden diesen Törn in steter Erinnerung behalten.

 

Das Schiff:        Eine Phantom 34 Bj.75

Skipper:           Dieter Meies, Dülken

Co Skipper:      Johannes Spickermann ( Hannes ), Berlin

Navigator:         Jürgen Redeker ( Jogi ), Mönchengladbach

Smutje :           Wolfgang Baus ( Sascha ), Frankfurt

Kameramann:   Erhard Dörner, Mönchengladbach

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